Blick in die Zukunft

Pläne und Absichten der Internationalen Musikfestspiele Saar für die kommenden Jahre

Liebe Freunde der Musikfestspiele, es geht also weiter!

 

Am Vortag des 500-jährigen Thesenanschlages konnte ich unsere Thesen zum Thema der Festspiele in der Staatskanzlei vortragen, die vorgestellte Neukonzeption wurde als sehr positiv gewertet. Weitere Gespräche werden folgen, daher momentan eine Programmvorschau mit dem Untertitel „Änderungen vorbehalten!“, dafür aber nicht weniger spektakulär und zukunftsweisend.

Bewährtes bleibt erhalten und gleichzeitig entsteht Neues; anbei die ersten Informationen:

A) Zeitliche Neukonzeption

  • Frühzeitige Vorstellung des Programms im Mai 2018, 1 Jahr vor Beginn,
  • Beginn der touristischen Vermarktung in Zusammenarbeit mit der Tourismuszentrale Saarland ab Juni 2018.

B) Zeitliche Begrenzung

  • Begrenzung des Festivals auf eine minimale Spielzeit für ein Klassik-Festival, der zeitliche Rahmen des Festivals wird auf einen Zeitraum von einem Monat gestrafft. Geplant ist der Zeitraum vom 23. April 2019 – 26.5.2019, bitte in dieser Zeit das Saarland nicht verlassen, es lohnt sich, hier zu bleiben!

C) Konzertwoche „For Neophytes – Für Neueinsteiger“

  • der Klassik mit besonders populärem Programm vom 4. bis 11.11.2018 als „Präludium“ des Festivals „New Generation 2019“. Besonders erwähnenswert das Finalkonzert: Wir planen zum 100-jährigen Ende des Ersten Weltkrieges ein großes Friedenskonzert genau am Sonntag Armistice, dem 11.11.2018, um 15 Uhr in der Kathedrale von Verdun mit dem „deutschen“ Requiem von W.A. Mozart und dem „französischen“ von Camille Saint-Saëns. Dargeboten werden soll dieses Konzert von einem ausgewählten Deutsch-französischen Festivalchor hervorragender Qualität mit vielen jungen MitsängerInnen, die Gesamtleitung soll in den Händen von Maestro Vladimir Spikarow und seiner Russischen Nationalphilharmonie liegen.

D) Pressekonferenz

  • Mitte März 2018 zur Konzertwoche „For Neophytes“ 2018 in Zusammenarbeit mit dem Saarsängerbund (Konzert des Landesjugendchores mit der Akademie für Alte Musik/Metz am 25.3.2018 um 16 Uhr in der Basilika St. Johann Saarbrücken.

Thematische Neukonzeption: NEW GENERATION

A) Thema „New Generation in Europe“, Jugend in Europa

  • Eröffnungskonzert mit dem Jugendsinfonieorchester der Europäischen Union (Schirmherrschaft Jean Claude Juncker, Präsident der Europäischen Union) unter Maestro Vasiliy Petrenko (Dirigent des Jahres 2017);
  • Nachwuchsdirigentin des Jahres Mirga Grazynate Tyla mit dem Birmingham Symphony Orchestra (vormals Simon Rattle) und der Weltklasse-Pianistin Yuja Wang;
  • Konzerte mit den Preisträgern der ARD-Wettbewerbe;
  • Konzertreihe „Debut“ in Kooperation mit Deutschlandfunk
  • Kultur, Medienpartnerschaft mit Deutschlandfunk Kultur und vieles andere mehr.

B) Darstellung der Deutsch-Französischen Kompetenz

  • Uraufführungen entdeckter Werke von Jacques Offenbach (200. Geburtstag 2019), dem „europäischen Musiker“ in Kooperation mit der Nationalbibliothek in Paris und europäischen Musikverlagen.

Zu diesem spektakulären Fund einige Details:

Am Samstag, 21.10.2017, fand in Paris aus spektakulärem Anlass eine bemerkenswerte Begegnung zwischen dem Musikwissenschaftler Jean Christoph Keck und Bernhard Leonardy, dem Leiter der Internationalen Musikfestspiele Saar statt: Im Familienarchiv der Familie Offenbach wurden kürzlich 20 000 (!) unbekannte Manuskriptseiten Jacques Offenbachs entdeckt. Bernhard Leonardy erfuhr nun von dem Fund von Pariser Freunden aus der Nationalbibliothek und konnte eine Begegnung verabreden. Der Offenbach-Forscher Jean-Christophe Keck hat diesen Schatz der Manuskriptseiten des Komponisten entdeckt, diesen nennt der Musikwissenschaftler ein „pharaonisches Werk“. Keck setzt sich schon länger für Offenbach ein, beim Verlag Boosey&Hawkes erscheint die Offenbach Neu-Edition Keck (OEK), so hat er schon zahlreiche Orchesterstimmen aus Verlagsauflösungen und Partituren aus Bibliotheken vor der Entsorgung gerettet. Aber der größte Fund gelang nun fast wie im Märchen in einem Haus nahe Paris von Erben der Familie Offenbach sowie auf einem Schloss in Burgund „unter Altpapier“. Das bedeutet, noch niemals aufgeführte Werke des deutsch-französischen Komponisten harren einer Uraufführung! In Zusammenarbeit mit Frank Harders-Wuthenow, der die Keck-Edition beim Verlag Boosey&Hawkes in Berlin betreut, und Jean Christoph Keck in Paris wurde nun vereinbart, im Rahmen der Int. Musikfestspiele Saar im Mai 2019 solche noch nie aufgeführten Werke erstmals zu präsentieren. Denkbar ist hierbei die Aufführung völlig unbekannter Werke geistlicher Musik, eine feurige Suite einer Ballettmusik oder sogar ein komplette Opera comique. Für die Musikfestspiele Saar, aber auch für unsere Region wird es eine große Ehre sein, genau am 200. Geburtstag des Komponisten im Jahre 2019 eine solche Uraufführung zu präsentieren, sicherlich ein herausragender Höhepunkt der nächsten Festivalausgabe.

In Vorfreude auf die „Neuen“ Internationalen Musikfestspiele Saar

Euer Bernhard Leonardy