Musée les Mineurs –
Deutsch-französischer Begegnungstag


Konzert des Landesjugendorchesters
Rheinland-Pfalz

Sonntag, 5. Mai 2019, 15.00 Uhr
Musée les Mineurs Wendel in Petite-Rosselle/Lothringen

Beginn und Inhalte des Rahmenprogramms ab 11 Uhr

Im Rahmen Musik und Fitness können Sie auch mit dem Fahrrad zum Konzert kommen. Infos gibt es hier.

 

 





Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz

Manuel Nawri, Leitung
KrausFrink, Percussion
(Martin Frink, Victor Kraus)

Roland Kunz, Einführung/Moderation
Saarländischer Rundfunk

Das Musée les Mineurs hat ebenso wie alle saarländischen Bergwerke nach ihrer Schließung einen Strukturwandel durchlaufen und sich in den letzten Jahren zu einem der spannendsten Orte in Lothringen entwickelt. Das gut kuratierte Museum wird immer öfters zum Veranstaltungsort, das große Gelände genutzt für Flohmärkte oder Feste aller Art.

Auch wir wollen mit Ihnen, liebes Publikum, diesen wunderbaren Ort nutzen und einen deutsch-französischen Be­gegnungstag feiern, mit Darbietungen aller Art. Als Haupt­programmpunkt haben wir das Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz eingeladen.

Dieses junge enthusiastische Ensemble reist mit einem im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitenden Programm im Gepäck an. Denn die Komponisten Dukas, Messiaen, Stravinsky, Barber und Manoury verbindet eines: sie haben die traditionsreichen Mauern der klassischen Musik erschüttert und die Musik im 20. und 21 Jahrhundert auf ganz neue Pfade geführt. Auf diese begibt sich auch Prof. Manuel Nawri seit letztem Semester mit den Studenten der Hochschule für Musik Saar. Er ist Dirigent, unterrichtet zusätzlich noch an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin und leitet seit diesem Jahr das Ensemble für Neue Musik an der HfM Saar und die Klasse Ensembleleitung Neue Musik.

In diesem Frühjahr hat er die Leitung der Arbeitsphase des Landesjugendorchesters Rheinland-Pfalz übernommen und konfrontiert Schüler das erste Mal mit moderner klassischer Musik. Ist diese Musik gerade Jugendlichen vielleicht erst einmal fremd, wird ihnen in der näheren Auseinandersetzung mit den Werken jedoch bewusst, dass Grenzüberschreitung und neue Gedanken kein „Privileg“ der Pubertät sind, sondern in der Musikgeschichte oftmals Anstoß zu revolutionären Ideen waren. Für das Werk von Philippe Manoury konnte das LJO Rheinland-Pfalz mit dem KrausFrink Percussion-Duo ein Ensemble gewinnen, das genau für diese Grenzüberschreitung steht: Martin Frink und Victor Kraus sind beide ausgebildete klassische Musiker – Frink ist seit langem Schlagzeuger der Deutschen Radio Philharmonie –, die seit Gründung Ihres Duo zu einem der renommiertesten Percussion-Duos ihrer Generation zählen.

Dramaturgin Eva Behr hat Martin Frink zu einem Gespräch getroffen:

EB: Martin, du bist seit vielen Jahren Schlagzeuger bei der Deutschen Radio Philharmonie und hauptsächlich mit klassischem Repertoire beschäftigt. Wann stand fest, dass du auch neue Wege gehen musst und ein Duo gründen willst?
MF: Ich hatte schon als Jugendlicher ein Duo, später dann im Studium ein Quartett mit Schulfreunden, die lustigerweise alle Schlagzeug studiert haben. Bei meinem Aufbaustudium in Karlsruhe habe ich Victor Kraus kennengelernt. Er ist halb Luxemburger, halb Bulgare. Und angefangen hat alles damit, dass es in Baden-Baden ein ganz kleines Festival gab, welches sich nur mit Komponisten aus Bulgarien und Luxemburg beschäftigte. Ja und so kam es, dass wir als Duo dort auftraten und von da an ein festes Duo sind. Meine klassische Laufbahn und die Arbeit im Duo liefen also parallel.

EB: Durch euer Instrument, das sich in seinem Facettenreichtum ja erst im 20. Jahrhundert so richtig entwickelt hat, seid ihr ja automatisch mit Neuer Musik konfrontiert. Welche Möglichkeit gibt euch diese Musik in Bezug auf euer Instrument?
MF: Man kann viele neue Klänge auszuprobieren und alles nutzen, um Musik zu machen, seien es die etablierten Schlaginstrumente oder so etwas wie Abflussrohre, Besen, Trillerpfeifen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, Klänge zu erzeugen, und das ist das Spannende an unserem Instrument und zeitgenössischen Werken.

EB: Nun hat Philippe Manoury das Stück „État d´alerte”, was übersetzt Alarmzustand bedeutet, für euch beide geschrieben. Wie kam es dazu?
MF: Manoury hat vor vielen Jahren eine Duo für zwei Marimbas geschrieben, das wir unbedingt für unsere erste CD einspielen wollten. Wir haben ihn gefragt, ob er nicht Zeit hätte, das Stück mit uns zu proben. So haben wir ihn kennengelernt. Wir waren von dem Duo und ihm als Komponist so begeistert, dass wir einfach gefragt haben, ob er nicht ein Stück für uns schreiben wolle. Und so entstand „État d´alerte”.

EB: Nun spielt ihr dieses komplexe Werk mit einem Jugendorchester …
MF: ... ja, das ist etwas Besonderes. Man spürt den Enthusiasmus und die Neugierde dieser jungen Musiker und es macht viel Freude, ihnen diese wunderbare Musik näherzubringen.

Programm:
Paul Dukas
Fanfare aus „La Péri“
Olivier Messiaen
Les offrandes oubliées
Igor Stravinsky
Quatre études op. 7
Samuel Barber
Adagio for Strings
Philippe Manoury
État d‘alerte für 2 Schlagzeuger,
Orchester und 17 Trillerpfeifen

 

 

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