Titelmotive 2026 von Dirk Rausch 

Die beiden als Plakatmotive für die Musikfestspiele Saar 2026 ausgewählten Bilder von Dirk Rausch bewegen sich im Spannungsfeld von Malerei und digitaler Bildproduktion. Transparente Farbschichten, teils weich verlaufend, teils klar geometrisch begrenzt, überlagern sich und erzeugen eine subtile räumliche Tiefe. Die vertikalen und horizontalen Formen wirken wie rhythmische Setzungen, die Ordnung und Verschiebung zugleich thematisieren. Durch die Kombination von Aquarell und digitalem Pigmentdruck treffen farbige Flächen mit unterschiedlichen bildnerischen Qualitäten aufeinander. Das Aquarell bringt fließende Übergänge, Unschärfen und eine malerische Offenheit ein, während der digitale Druck für klare Kanten, Wiederholungen und strukturelle Stabilität sorgt. So entstehen Bildräume, die zwischen Analogem und Digitalem oszillieren und die differenzierte Wahrnehmung von Farbe, Fläche und Transparenz in den Mittelpunkt stellen.

In beiden Arbeiten spielt das Verhältnis von Licht und Dunkelheit eine zent- rale Rolle für die Wahrnehmung von Tiefe und Räumlichkeit. Dunklere, teils opake Farbfelder legen sich wie Schattenschichten über leuchtendere Zonen und erzeugen den Eindruck von Überlagerung und Staffelung. Helle Bereiche scheinen dabei nach vorne zu treten, während dunklere Formen zurückweichen oder als Filter wirken, durch die das Licht gebrochen wird.

Diese Wechselwirkung verstärkt eine schwebende, nicht eindeutig festge- legte Räumlichkeit. Die Transparenzen lassen mehrere Ebenen gleichzeitig sichtbar werden, ohne sie klar hierarchisch zu ordnen. Licht erscheint nicht als äußere Beleuchtung, sondern als integraler Bestandteil der Farbstruktur selbst. So entstehen Bildräume, die sich weniger als klassische Tiefe lesen lassen, sondern vielmehr als visuelle Felder, in denen sich Nähe und Distanz, Vorder- und Hintergrund kontinuierlich verschieben.

Dirk Rausch

1975
geboren in Baumholder, Rheinland-Pfalz

1995–2003
Studium der Malerei bei Prof. Bodo Baumgarten und Prof. Sigurd Rompza an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, Saarbrücken

2003
Diplom mit Auszeichnung bei Prof. Sigurd Rompza, Ernennung zum Meisterschüler

Seit 2005
künstlerisch-gestalterischer Leiter der Siebdruckwerkstatt der Hochschule der Bildenden Künste Saar
Mitglied des Saarländischen Künstlerbundes und des Deutschen Werkbundes Saarland e.V.

2022
Bühnenbildgestaltung für das Ballett »Antikhthon« des Saarländischen Staatstheaters
(Musik: Iannis Xenakis, Choreografie: Stijn Celis)

lebt und arbeitet in Saarbrücken Instagram: @rausch_sb